Latest Entries »

Posts mit dem Label Sozialsackgasse werden angezeigt. Alle Posts anzeigen
Posts mit dem Label Sozialsackgasse werden angezeigt. Alle Posts anzeigen

Freitag, 9. November 2007

Lichtblick beim Arbeitsamt

Der Titel meines Blogs ist ja "heller Regen" und heute auf dem Weg zum Sozialbürgerhaus (ARGE...) regnete und windete es heftig, im Sozialbürgerhaus wurde mein persönliches Tiefdruckgebiet dann jedoch merklich erhellt. Mein Sachbearbeiter ist ein sehr netter Mensch, der wirklich versucht, mir zu helfen. Bisher hat man in vielen Ämtern (übertragen gesprochen) nur auf mich eingetreten. In derartigen Lebenssituationen liegt man eh quasi schon am Boden, da wäre es oft wirklich nicht nötig, einen noch weiter einzustampfen.


Dieser Mann heute ist ein echtes Beispiel dafür wie es auch laufen, wie man seinen Job auch erledigen kann. Mein Hartz IV-Antrag ist jetzt gestellt, bekomme wahrscheinlich nächste Woche schon den Bescheid, meinte er. Bevor ich morgen evt. schon den Mietvertrag in Erding unterschreibe, muß ich auf jeden Fall zuerst bei der ARGE in Erding, die dort ARUSO heißt, nachfragen, ob die die Mietkosten für diese Wohnung übernehmen. Wenn ich das nicht mache, dann hätte ich "Fakten" geschaffen, die im nachhinein nicht mehr bewilligt werden können. Ich wäre ein "Sonderfall" und da müßte man dann auch bezüglich der Mietkosten eine Regelung finden, die mir auch gerecht wird. Er würde mich da unterstützen. Es tat wirklich gut, daß mal jemand nicht gegen mich arbeitet.
Es geht definitiv aufwärts!
Hier noch ein Link zum "kleinen Nils", der auch Kontakt mit dem Arbeitsamt hatte:

Samstag, 27. Oktober 2007

Leben wie im freien Fall

Mein Leben ist derzeit geprägt von sich täglich rasant ändernden Gegebenheiten, die jedoch alle auf derart wackeligen Füßen stehen, daß sie genauso schnell wieder weggeweht werden können wie sie sich ergeben.
Der nette Sachbearbeiter vom Arbeitsamt hat mir mittlerweile einen Antrag für Hartz IV zugeschickt. Das heißt für mich zumindestens, daß ich den Antrag wenigstens mal stellen darf, daß die Zuständigkeit damit erstmal geklärt ist. Das heißt noch lange nicht, daß der Antrag auch genehmigt wird, aber ich kann ihn wenigstens ausfüllen und abgeben. Das allein war ja bisher noch nicht mal möglich.

Für diese schöne Wohnung am Stiftsbogen habe ich gestern vom Makler eine Absage bekommen. Mein Vater hat mir noch eine Bestätigung geschrieben, ich habe meine Kontoauszüge mitgeliefert, Arbeitszeugnisse und auch den Bescheid über die Pflegestufe. Der Grund für die Absage hätte mich sehr interessiert, der war aber aus dem Makler nicht herauszubekommen. Er meinte nur, daß "das Management" es nicht gut fände, wenn ich dort einziehen würde. Was immer das auch heißt, mich hat diese Aussage schwer getroffen. Wo bin ich gesellschaftlich mittlerweile angekommen, wenn nicht meine Katzen, sondern ich ganz persönlich abgelehnt werde. Ich hatte noch nie Schulden, bin ein ruhiger, ordentlicher Mieter, mache keine lauten Parties, bin Nichtraucher, habe Aussicht auf einen Job, der wieder ein guter Einstieg sein kann. Will man in diesem Haus keine Rollstuhlfahrer?! Ich weiß es nicht, fast glaube ich das, sonst hätte der Makler mir doch einfach den Ablehnungsgrund sagen können. Doch sowas könnte man natürlich nicht so einfach sagen. Was mir einfach weh tut ist, daß ich doch seit Mai kein anderer Mensch geworden bin. Klar verändert man sich immer irgendwie bei so schwerwiegenden Einschnitten im Leben. Jedes Mal aufs Neue stehe ich fassungslos da und verstehe nicht, warum so viele Menschen mir gerade jetzt diese Situation nicht erleichtern können, sondern sie im Gegenteil noch verfahrener machen?!
Bei einer der Wohnungen in Riem, die einzige Zwei-Zimmer Wohnung, die im München-Modell (für das ich einen WBS habe) noch verfügbar ist, habe ich auch zuerst eine Absage erhalten. Diese seltsame Frau, die mir von der Wohnungsbaugenossenschaft diese Aussage gegeben hat, hat sehr komisch rumgedruckst, wußte angeblich nicht, ob noch eine Wohnung frei ist, und das aber auch erst nachdem ich sagte, daß ich im Rollstuhl sitze. Wenn die Wohnung wirklich nicht mehr zu haben gewesen wäre, wie sie sagte, dann hätte sie spätestens ab diesem Zeitpunkt aus dem Internet genommen werden müssen. Ich habe dann eine Bekannte nochmal dort anrufen lassen, damit die auch nach der Wohnung fragt. Und ich hatte recht: die Wohnung ist zu haben, nur für mich war sie es nicht. Das ist definitv gesetzwidrig. Die Bekannte hat jetzt für mich einen Termin vereinbart und ich fahre nächste Woche zur Besichtigung. Und was habe ich daraus gelernt: nie im Vorhinein sagen, daß man im Rollstuhl sitzt!
Irgendwie habe ich das Gefühl, im freien Fall immer weiter in einen dunklen, bodenlosen Abgrund der Hoffnungslosigkeit zu stürzen. Jedes Mal, wenn ich denke, daß das alles nicht noch verfahrener oder schlimmer werden kann, dann werde ich sofort eines Besseren belehrt und "falle weiter"!
Bei ein paar Wohnungen, die passend erscheinen und auch in meiner Preisklasse liegen, werde ich es noch versuchen, dann "hake ich München ab" und gehe - egal wie das auch immer werden mag - zurück nach Essen. Ich will nicht mehr auf Dinge hoffen, die sich eh wieder als neue Enttäuschung entpuppen. In Essen, in meiner Wohnung, bin ich wenigstens zu Hause, bin erwünscht und nicht irgendwer, der in die letzte Ecke der Gesellschaft gedrängt wird. Irgendeine Lösung wird es für die drei Stockwerke (ohne Aufzug) geben, die ist auf jeden Fall leichter zu finden als hier eine Wohnung. Das Ruhrgebiet ist zwar im Nahverkehr nicht sonderlich behindertenfreundlich, aber eines weiß ich ganz sicher: das Leben ansich ist dort leichter, die Menschen lassen einen so leben wie man ist.

Donnerstag, 4. Oktober 2007

Sozialsackgasse

Heute habe ich den (auch sehr freundlichen) Menschen vom Arbeitsamt (ALG II) angerufen. Die Dame vom Sozialamt hatte mir ja gestern gesagt, daß er erstmal als erste Instanz, bzw. vor dem Sozialamt für mich zuständig wäre. Er sollte dann klären, inwieweit ich (noch) arbeitsfähig oder zur Zeit eben nicht arbeitsfähig bin.
Am Nachmittag habe ich ihn endlich erreicht. Wenn ich noch Student wäre, könne er eigentlich gar nichts für mich tun. Versuchte zu erklären, daß ich derzeit beurlaubt habe, also ein Freisemester habe. Eingeschrieben muß ich aber bleiben, weil mein Studiengang (Diplom-Pädagogik) zum Jahr 2008 ausläuft und wenn ich mich exmatrikulieren würde, dann könnte ich das Studium gar nicht mehr beenden. Ich habe keine Ahnung, ob der Herr das so umfassend hat, er will sich auf jeden Fall mal schlau machen und sich dann nochmal bei mir melden.
Irgendwie habe ich den Eindruck, in einer "Sozialsackgasse" gelandet zu sein.
Die Sozialarbeiterin der Ambulanz von Mutabor ist ja schon theoretisch sehr hilfsbereit, sie sagt zumindestens immer, daß sie mir gerne noch weiterhelfen würden. Dummerweise sind die "Hilfsansätze" nicht wirklich hilfreich und was sie bis jetzt für mich in dieser Sache getan haben war zum einen nicht viel und zum anderen hätte ich es auch selbst machen können. (Ein Anruf im Sozialbürgerhaus...) Ich bräuchte definitiv jetzt jemand, der sich für mich bei irgendeiner dieser Stellen mal einsetzt. Nicht einen Betreuer wie mir immer vorgeschlagen wird, denn den brauche ich trotz vieler gutgemeinter Erklärungen, daß Betreuung heute ganz anders darstellt als früher, definitiv nicht. (Das ist gut gemeint, weil ich halt am Ende dessen bin, was ich an Belastung ertragen kann) Habe im Internet nachgeschaut und so "ungefährlich" wie man es mir immer verkaufen will, ist das überhaupt nicht. Ich könnte das auch nur für den Bereich "Beantragungen bei Ämtern" festlegen, das stimmt leider nicht. Die Bereiche sind immer weiter gesteckt und schränken schon die Entscheidungsfreiheit meiner Person in dem Maße ein wie ich es auf gar keinen Fall haben möchte.
Deswegen habe ich mich heute mal per mail an den Behindertenbeauftragten der Stadt München gewendet. Vielleicht tut sich ja dadurch mal irgendein Weg aus dieser Sackgasse auf - schlimmer werden kann es durch diese mail auf jeden Fall nicht.

Mittwoch, 3. Oktober 2007

"Da beißt sich der Hund doch in den Schwanz!"

Meine weitere Lebensplanung, bzw. Suche nach einer barrierefreien Wohnung entwickelt sich zum Disaster.
Vom neu entstehenden Beginenhof habe ich quasi eine Absage bekommen. Die Ansprechpartnerin dort hatte bei unseren Kontakten nichts, aber auch gar nichts davon erwähnt, daß sie mir eine Wohnung nicht zusagen könnte, bzw. daß die Wohnungen so begehrt sind, daß ich damit rechnen müßte, daß ich evt. keine bekomme. Das wäre hilfreich gewesen, denn so habe ich mich irgendwie darauf eingestellt, daß das eine relativ sichere Geschichte ist. Habe trotzdem relativ zügig zugesagt, weil ich mir diese tolle Wohnmöglichkeit auf gar keinen Fall entgehen lassen wollte. Mir wurde gesagt, daß alle Wohnungen auf WBS weg sind und daß ich "nur" noch in die betreute "Wohngemeinschaft" ziehen könne. Es wäre gar keine Wohngemeinschaft ansich, jeder hätte sein eigene kleine Wohnung. Ich möchte aber meine eigene Wohnung, mit eigener Küche haben und ich möchte vor allem nichts mit permanenter "Betreuung". Ich denke, sowas muß jeder für sich entscheiden. Mir ist schon klar, daß ich ohne Unterstützung, auch was den Haushalt ansich betrifft (Einkaufen, Staubsaugen, etc. ), nicht klar kommen werde, aber ich kann dann alleine entscheiden, wieviel Hilfe ich möchte und auch wann. Mir liegt viel daran, so selbstständig und eigenständig wie möglich zu bleiben.
Die Beantragung einer barrierefreien Wohnung in München kann ich wegen dieser "5-Jahre-gemeldet-sein-müssen-Klausel" ebenfalls vergessen. Habe mich nochmal einschlägig erkundigt und höre überall nur das Gleiche, nämlich, daß es da keine Ausnahmen gibt.
In anderen Städten gibt es so eine "5-Jahres-Frist" nicht. Habe mal im Internet nachgeschaut wie es z. B. in Berlin mit barrierefreien Wohnungen aussieht. Unwahrscheinlich gut. Es gibt total viele (vor allem recht schöne!), auch in passablen Stadtteilen und mit guter Verkehrsanbindung und Einkaufsmöglichkeiten. Zudem hat Berlin, was die Barrierefreiheit in öffentlichen Verkehrsmitteln angeht, total nachgerüstet und es ist deshalb in sehr vielen Bahnhöfen, U-Bahnen, Straßenbahnen und Bussen möglich, relativ problemlos möglich, mit dem Rolli rum zu fahren.
Dachte, ich informiere mich mal, was ich machen müßte, um für Berlin einen Wohnberechtigungsschein zu bekommen. Was ich vorausschicken muß ist, daß jede Stelle, mit der ich in Berlin telefoniert habe, total nett und hilfsbereit war - auch über ihr Gebiet hinaus. Nun kommt aber leider das dicke Ende. Um in Berlin einen Wohnberechtigungsschein beantragen zu können, muß ich in Berlin gemeldet sein. (Das war mir ja schon halbwegs klar) Wenn ich mir z. B. über immobilienscout eine barrierefreie Wohnung suchen würde, dann könnte ich diese nur anmieten, wenn ich eine Verdienstbescheinigung, bzw. eine Bescheinigung über dauerhaften Bezug von Leistungen nachweisen kann. Nehmen wir mal an, die Sozialhilfe würde mir in München genehmigt werden, dann müßte ich sie jedoch in Berlin wieder vollkommen neu beantragen. Das kann ich aber nur, wenn ich einen festen Wohnsitz in Berlin habe. Den kann ich - wie schon erwähnt - nur bekommen, wenn ich diese Leistungen nachweisen kann. "Da beißt sich der Hund doch in den Schwanz." WAHNSINN!
Hier in München habe ich gestern schon im Sozialbürgerhaus angerufen, wollte bei einer Dame, die mir Mutabor gesagt hat, daß sie für mich zuständig wäre, einen Termin ausmachen, damit ich dann Sozialhilfe beantragen kann. Die Dame ist zwar schon irgendwie zuständig, aber nur insofern, daß sie mir all die Stellen sagt, an die ich mich jetzt mit meinem Anliegen weiter wenden soll. Also habe ich bei einer Dame angerufen, die zwar ebenfalls recht nett, aber nur für die Menschen zuständig ist, die über 65 sind. Sie hat mich an einen Herrn von der ALG II-Stelle verwiesen, der das erstmal bearbeiten soll. Den rufe ich morgen an. Beim Arbeitsamt müßte geprüft werden, in wiefern ich noch arbeitsfähig bin und die müssen dann weiter entscheiden, wer letztlich für mich zuständig ist.
Mir fehlen irgendwie die richtigen Worte, um zu beschreiben wie ich mich derzeit fühle. Total überfordert fühle ich mich, leer und hilflos, weil ich überhaupt nicht mehr weiter weiß. Verstehen kann ich jetzt auf jeden Fall ansatzweise, warum Menschen in die "Falle Obdachlosigkeit" tappen. Das kann verdammt schnell gehen. Denen wird es wohl so ähnlich gegangen sein wie mir. Wahrscheinlich sind sie auch durch "etliche Lücken in diesem System" gefallen.
Ich habe ja noch die Wohnung in Essen, im dritten Stock ohne Aufzug. Auch wenn das für mich total schwer werden wird, vor allem wegen den drei Stockwerken, so denke ich immer mehr in die Richtung, daß ich dorthin zurückgehe. Den einen Rollstuhl könnte ich im EG stehen lassen und einen zweiten Rollstuhl kann ich ja für die Wohnung besorgen. Die Wohnung selbst ist ausgesprochen geräumig und ich werde dort gut mit dem Rolli fahren können. Werde dann in Essen Wohngeld beantragen und mal schauen wie ich in dieser Situation Geld verdienen könnte. Dieses in der Luft rumhängen, das ist furchtbar, ich will diesen Zustand so schnell wie möglich beenden.

Montag, 17. September 2007

Warum klappt bei mir eigentlich gar nichts reibungslos?!

In München gibt es die "Pfennigparade", das ist eine Stiftung (mit sehr vielen Arbeitsbereichen) zur Förderung körperbehinderter Menschen auf ganz viele Art und Weisen. Eine tolle "Einrichtung". Unter anderem gibt es dort Wohnprojekte und auch 150 barrierefreie Sozialwohnungen. Ich hatte gedacht, daß ich mich dort vielleicht für eine dieser Wohnungen bewerben könnte. Es gibt für diese Wohnungen einen Sozialarbeiter, dem ich in einer email meine Situation geschildert habe. Der Herr hatte einige Wochen Urlaub, hat mir aber heute auf die mail geantwortet. Recht ausführlich und nett, aber dennoch dachte ich während des Lesens, daß es doch schon Wahnsinn ist, daß bei mir eigentlich so gar nichts mal reibungslos, ohne viel Komplikationen, klappt.


Fünf Jahre müßte ich - nach irgendso einem Ratsbeschluß der Stadt München - in München gemeldet sein, damit ich überhaupt einen Wohnberechtigungsschein für eine Sozialwohnung erhalten könnte. Irgendwie fatal: da unterbreche ich im Oktober 2006 eine Epilepsiemedikamentenumstellung und mein Studium, "nur" um die letzten Monate bei meiner schwer krebskranken Mama zu sein. Ich verlege meinen Wohnsitz zeitweilig nach München, um sie für die verbleibenden Monate nochmal nach Hause holen zu können. Dann stirbt sie, früher als zu diesem Zeitpunkt erwartet und ich wollte nur noch in Ruhe ihre Wohnung "aufräumen" und dann wieder zurück nach Essen gehen. Ungefähr ein Monat später geraten meine epileptischen Anfälle völlig aus dem Ruder, im Krankenhaus vergiftet man mich lebensgefährlich. Die Folge der Vergiftung ist diese Ataxie. Mein Leben, das ich bis dahin in Essen geführt habe, kann ich damit erstmal abhaken. Als Rollstuhlfahrer muß ich mein Leben in in vielen Bereichen vollkommen neu gestalten.

Wußte ich das alles vorher, war das planbar? - Nein, sicher nicht! Bürokratische Hürden wie dieser seltsame Ratsbeschluß gehen doch immer vollkommen an der Realität der Menschen vorbei. Soll ich jetzt noch viereinhalb Jahre in der Wohnung meiner Mutter bleiben, in der ich mich zum Bad hin kriechend auf allen Vieren bewegen muß?! Ins Klo komme ich ebenfalls nicht mit dem Rollstuhl und in die Küche nur bis zur Tür. Das Haus hat einen Aufzug, aber ca. 8 Stufen vom Aufzug runter bis zur Haustür. Das ist genau die ideale Wohnung für mich. Ebenso passend wie meine Mietwohnung in Essen, die im dritten Stock liegt. (Altbau ohne Aufzug)

Der Herr von der Pfennigparade schrieb mir, daß sie einige wenige "freigestellte" Wohnungen hätten, die aber nur sehr selten vergeben werden.

(Hört sich für mich nicht sonderlich "hoffnungsvoll" an...)

Daß ich sofort eine Wohnung bekommen würde, das hatte ich eh nicht gedacht, daß ich einen Antrag für den Wohnberechtigungsschein stellen muß, das war mir auch klar, aber solche Hürden überfrachten mich in meiner derzeitigen Situation doch ziemlich. Die Gesamtsituation ansich ist schwer: so einen Einschnitt ins Leben zu verkraften ist nicht leicht, meine Mama fehlt mir schon arg und es ist nicht unbedingt klasse, in therapeutischen Tagesstätten rumzuhängen, oder mit Ergotherapie vieles Selbstverständliche zu Hause neu einüben zu müssen. Es wäre einfach mal schön, wenn ich einen "normalen" Antrag stellen könnte und der dann auch bewilligt würde. Ich will ja nichts Unmögliches, wirklich nicht. Es ist für mich o.k., daß ich hier - außer meinen Freunden - niemand habe, der mir ein paar Dinge zu Hause abnimmt oder auch solchen Antragskram erledigt, aber wenn ich schon versuche alles alleine hinzubekommen, dann muß man es mir doch nicht noch schwerer machen als es eh schon ist.


Es wird ja immer gesagt, daß alles - wenigstens im Nachhinein - Sinn macht, durch was man im Leben so durch muß. Da ist sicherlich was Wahres dran, aber ich hab jetzt wirklich die Schnauze voll von derartigen Erfahrungshorizonten.


Vielleicht kann mir der Beratungsdienst von der Pfennigparade noch etwas helfen, Struktur in das Ganze zu bekommen, bzw. helfen, ein bißchen was zu entwirren. Wenn nicht, dann ziehe ich in das Beginenwohnprojekt nach Essen. Das würde ich eh sehr gern, wenn der Nahverkehr in Essen wenigstens nur halb so behindertenfreundlich wäre wie hier in München. Ich kann einfach nicht mehr, ich möchte einfach nur wissen, wo ich dann wohnen kann, will das planen können (der Umzug mit quasi zwei Wohnungen wird eh streßig genug) und möchte dann wieder sowas wie normalen Alltag (was halt machbar ist) aufbauen können. Einfach zur Ruhe kommen können, das wünsch ich mir!