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Sonntag, 16. August 2009

ereignisreiche Zeit

Hallo zusammen,

dieser Blog scheint ein wenig verwaist, dafür erfreut sich mein "Wurf Blog", auch der "Reiseblog", über entsprechend mehr Einträge.

Die letzten Ereignisse kurz zusammengefaßt:

Ich bin auf den Internationalen Deutschen Meisterschaften im Speerwurf Erste geworden, habe mit dieser Weite einen neuen Weltrekord aufgestellt.
Zudem bin ich in Diskus Zweite und im Kugelstoßen Dritte geworden.



Danach hat mich die Alexandra in den Ferien besucht und wir waren für vier Tage in Wien.

Anschließend hat mich dann so ein Magen-Darm-Virus erwischt, der mich heftig durchgebeutelt hat. Hab lange gebraucht, um mich davon zu erholen, jetzt gehts aber wieder besser.

In Bayern sind glücklicherweise noch Ferien. Da wird so alles abgearbeitet, was sonst zu kurz kommt, bzw. gar nicht erledigt werden kann.

Montag, 22. Dezember 2008

unterwegs in Sachen Sport


Einer der Hauptgründe, warum ich diesen netten weihnachtlichen Ruhrpottabstecher machen durfte war, daß ich einiges "in Sachen Sport" zu erledigen hatte. In meinem neuen "Wurf-Blog" werde ich darüber noch ausführlicher berichten (aber erst im neuen Jahr!), hier mag die "Kurzversion" genügen.
Um im Behindertensport starten zu können muß man klassifiziert, also in eine "Schadensklasse" eingestuft werden. Wenn Euch das Klassifizierungssystem mehr interessiert, dann lest Euch doch den Link bei ARD durch. Ich falle unter die Gruppe der "Cerebralparetiker". Sehr vereinfacht bedeutet das, daß da alle die starten, deren Behinderung "vom Hirn" ausgeht. Klassifizieren darf nicht jeder und in meinem Fall gibt es nur eine Frau, die das in Deutschland macht, und die ist in Essen. Hier ein paar Fotos der Klassifizierung. An dieser Stelle der Dorle Schall und ihrer Tochter nochmal herzlichen Dank, daß sie mich da so kurzfristig "eingeschoben" hat.

Ich wurde für die nationalen Wettkämpfe in die "Schadensklasse" F33 eingestuft. Wenn ich dann international starten will, dann muß das ein neuer Klassifizierer erneut prüfen.

Voraussetzung dafür, daß ich überhaupt klassifiziert werden konnte war, daß ich einen Startpaß habe. Den bekommt man eigentlich von seinem Verein, bzw. dem Landesverband. Hätte ich in München einen Verein gefunden wäre das der Bayrische Behinderten- und Versehrtensportverband gewesen. Wie schon gesagt, ich möchte das hier kurz halten, drum sage ich zur Vereinsfrage nur folgendes: es ist einfach nur traurig, daß sich in München und Umgebung- trotz sehr intensiver Suche, auch vielen Anfragen - einfach kein Verein finden lassen wollte, für den ich hätte starten können. Hier hat man irgendwie pausenlos das Gefühl, daß "man schon vor dem Start verdurstet!" Irgendwann hab ich dann bei Bayer Leverkusen angefragt, hab einen langen Brief hin geschrieben. Ich durfte während dieser Tage zu einem ganz unverbindlichen Gespräch kommen, hab aber netterweise dort den Startpaß (noch ohne Vereinseintragung) bekommen, damit ich überhaupt klassifiziert werden konnte. (Warum nicht mal das hier in München möglich war, tja, ich weiß es nicht!!!)

Daß es für einen Verein schwierig werden kann (aus verschiedenen Gründen), wenn der Sportler weiter weg wohnt, das hab ich verstanden, wäre deshalb auch nicht sauer gewesen, wenn ich von "Bayer" eine Absage bekommen hätte. Umso mehr freut es mich, daß eine Lösung gefunden wurde, daß ich erstmal dort starten kann. Ich bin allen denen sehr, sehr dankbar, die das möglich gemacht haben! Ob sich langfristig eine "bayrische Lösung" entwickeln wird, das bleibt abzuwarten. Bei mir fällt viel Anspannung ab, ich kann mich wieder voll auf das Training, dann auch die Wettkämpfe konzentrieren, und hab die Scherereien mit diesem "bayrischen Chaos" fürs Erste los. Für mich ist das in diesem Jahr das schönste Weihnachtsgeschenk. Zudem ist Bayer Leverkusen ein Verein in dem Gebiet Deutschlands, das ich 13 Jahre lang so lieb gewonnen habe, bin stolz dort starten zu dürfen.
Hier ein Link zur Behindertensportabteilung von Bayer Leverkusen.
Mein erster Wettkampf sind die Deutschen Hallenmeisterschaften am 21./22.02. in Leverkusen.




Dienstag, 18. November 2008

Birgit hat jetzt auch einen "Wurf-Blog"

Ooooooo, ich hab das Blog-Schreiben in letzter Zeit ziemlich vernachlässigt. Zuweilen war es einfach Streß, vielleicht manchmal auch Faulheit ... wird wieder besser. Versprochen.

Durch die vielen Entwicklungen (in meinem Leben) vor allem im Bereich "Sport", habe ich einen extra WURF-Blog Birgit KOBER angelegt. Da steht zwar noch nichts drin, doch das wird sich schnell ändern. Behindertensport (vor allem im Bereich Leichtathletik für Rollilfahrer) ist in Bayern eine sehr komplizierte Geschichte. Warum das so ist, das möchte ich auch in dem Blog erklären, jeden gern an meinem Training und auch an den Wettkämpfen im nächsten Jahr teilhaben lassen. Es wird spannend, das kann ich Euch schon mal versprechen.

Einfach auf den Link klicken, wenn Ihr zum neuen Blog wollt:


Sonntag, 12. Oktober 2008

Jetzt starte ich voll durch

Seit zwei Wochen starte ich mit Training voll durch.
Es war sehr schwer, hier in München eine Trainingsmöglichkeit für mich zu finden. Bitte entschuldigt, daß ich mich mit allem etwas allgemein halte, weil ich nicht "öffentlich" machen soll, wo genau und mit wem ich trainiere. (Und so ein Blog erzeugt ja schon irgendwie Öffentlichkeit) Das hat nichts mit "Geheimniskrämerei " zu tun, sondern liegt einfach darin begründet, daß Bayern was den Leistungssport Leichtathletik im Behindertenbereich betrifft noch sowas wie ein Entwicklungsland ist. (Wer mehr wissen will, einfach per email fragen!)
Der einzige Verein in München bei dem Rollifahrer trainieren könnten, die wieder Leichtathletik machen wollen, hat sich mittlerweile so "innerlich zerfleischt", daß dort kein Training, vor allem aber auch kein Starten bei Wettkämpfen über diesen Verein mehr möglich ist.

Ich habe sehr lange nach einer Alternativmöglichkeit für mich gesucht, hab sie letztlich auch gefunden. War kein leichter Weg. Von sehr vielen Vereinen bin ich sehr rüde abgewiesen worden, hab mich dann schon fast damit abgefunden, daß ich weiter nur im Kellergang oder im Park trainieren muß. Durch die Fürsprache eines sehr offenherzigen, netten Menschen bin ich zu einer absolut großartigen, optimalen Trainingsmöglichkeit für mich gekommen. Dieses Training steht und fällt auch mit dem Entgegenkommen dieser Trainer, die mich dort "mitlaufen" lassen. Ein Rollifahrer hat dort halt noch nie trainiert.

Der Trainer ist nicht nur ein toller Mensch, er ist auch super pfiffig darin, Wege für mich zu finden, wie ich manche Übung dann doch machen kann. Er macht intuitiv genau auch die Übungen, die mir sicherlich sehr viel - auch für die Ataxie - helfen werden. Zudem hat er echt was drauf, der sieht jeden Fehler beim Werfen und Stoßen, super, daß ich dort so viel lernen kann.

Ich werde dort von den anderen Sportlern nicht blöd angeschaut oder mit überflüssigem Mitleid überschüttet. Es ist ein großartiges Gefühl, daß der Rollstuhl zwar da ist, keiner aber sonderlich Notiz davon nimmt. Zudem tut mir das Training unheimlich gut. Ist schon anstrengend, macht mir aber total Spaß und macht mich auch im Gesamten unwahrscheinlich "aktiv".

Ideal ist, daß ich dort zweimal am Vormittag trainieren kann, weil ich ja nachmittags arbeite. Zudem fahre ich einmal die Woche zum Training nach Regensburg. (Mit dem Zug geht das ganz gut) Dort ist dann auch der Verein über den ich bei Wettkämpfen starten kann. Auch das habe ich Menschen zu verdanken, die offen sind, sich einfach darauf einlassen wollen.
Dazu noch einmal Schwimmen in der Woche, und zudem hab ich auch Übungen für zu Hause.

Was ich hier erleben darf ist sehr spannend, ich bekomme dadurch auch viel an Leben zurück. Ein anderes Leben als noch vor eineinhalb Jahren (ohne Rolli), aber ein Leben, das in die Zukunft weist.

Es hilft nichts, dauernd zurückzuschauen, dem nachzutrauern, was halt nicht mehr so wie früher ist. Jetzt ist mein Leben, nicht früher, und all denen, die mich bemitleiden, weil sie denken, daß ein Leben mit Rollstuhl kein richtiges Leben mehr ist, daß man da nicht glücklich sein kann, denen kann ich nur sagen: "Vielleicht bin ich zufriedener und glücklicher als viele "Normale"!"


Samstag, 20. September 2008

kleine Trainingsimpression

Bevor ich Anfang Oktober richtig mit dem Training anfange, habe ich mir schon mal ganz "private" Trainingsmöglichkeiten gesucht, quasi zum Einstimmen und auch für "eben mal schnell" zwischendurch.



Bei mir im Haus ist zwischen Keller und Tiefgarage, ein sehr langer, auch gut breiter Gang, in dem stoße ich Kugel. Hab mir ein paar Markierungen angezeichnet, damit ich ungefähr abschätzen kann wie weit ich komme. Muß leider etwas verhalten stoßen, weil ich sonst - ungesichert - aus dem Rolli rauskippen würde. Hier ein Foto und kleines Video von diesem ganz speziellen Trainingsort.


Zudem trainiere ich in einem kleinen Park ganz in der Nähe. Dort ist ein umzäunter, betonierter Fußball- und Basketballplatz. Groß genug, daß ich auch mal ohne Gefahr einen Diskus werfen kann. Aber schaut selbst:




Und ich hatte sehr liebe, hilfreiche Gesellschaft. Sabine hat mir netterweise immer die Kugeln und den Diskus geholt und sich als wirklich gute Kugelstoßerin geoutet.


Erkläre Euch mal bei Gelegenheit, wo ich wann bei wem trainieren werde. Freu mich auf jeden Fall schon total drauf!!